Prof. Dr. Shulamit Bruckstein

Wintersemester 2021/22

Photo: Copyright Linda Rosa Saal


Prof. Dr. Shulamit Bruckstein


Öffentlicher Vortrag am 28. Oktober 2021, 17 Uhr
Wie bauen wir ein Haus aus Nichts. Die Orangerei als Kleine Mnemosyne.


Prof. Dr. Shulamit Bruckstein ist Gründerin des Taswir-Projekts, internationale Kuratorin, Kulturtheoretikerin, Kunstkritikerin und Autorin.

Ha’atelier/Taswir Projects ist eine internationale Plattform für die Renaissance kosmopolitischer jüdischer und islamischer Traditionen; eine Plattform für künstlerische Forschung und diasporische Denkformen, die sich mittels unterschiedlicher Formate wie Ausstellungen, Publikationen, Image-Filmen, Forschungsdossiers in öffentlichen Kunstmagazinen mit Dynamiken postkolonialer Kritiken auseinandersetzt. Taswir Projects verbindet zeitgenössische Diskurse zur Phänomenologie, Visuellen Kulturwissenschaft, Psychoanalyse und Gender Studien mit klassischen Literaturen der Antike wie etwa dem Talmud, Literaturen des Kalam und mehr. Die künstlerische Forschung von Taswir Projects und ihrem weiten Netzwerk, welches bis nach Istanbul, Beirut, Jerusalem, Bagdad und Teheran reicht, besteht in der kontinuierlichen Verknüpfung zeitgenössischer und vormoderner (antiker) Materialien, Bilder, Texte, Poesien, Theorien.

Während ihres Fellowaufenthalts wird Bruckstein in die Orangerei, einen Aktions- und Ausstellungsraum der Kunsthochschule Mainz, einziehen und dort ein Forschungslabor eröffnen. Mit dem Einzug vom House of Taswir in die Orangerei wird diese zu einem öffentlichen, performativen Lehrhaus und Denkraum.

Im Oktober 2021 wird vorab ein Eröffnungsworkshop zur Vorstellung des Projekts und seiner Methoden stattfinden. Zudem ist gemeinsam mit den Gastgeberinnen Prof. Parastou Forouhar und Prof. Dr. Linda Hentschel der Kunsthochschule Mainz, vorgesehen, den Prozess visuell zu dokumentieren und selbst in eine objekthafte Performance / Ausstellung / Tagung zu transformieren sowie die Planungen für zukünftige weitere gemeinsame Projekte aufzunehmen. Dokumentarisch ist zudem die Erstellung einer Zeitschrift, die in Museen und Galerien ausliegt, geplant. Die Gastgeberinnen leiten seit 2019 das Forum Transkulturalisieren an der Kunsthochschule Mainz, eine experimentelle Plattform für Eurozentrismuskritik und künstlerisch-theoretische Interventionen in postkoloniale Kontexte, die ebenfalls künstlerische Ausdrucksformen mit kulturtheoretischen Konzepten in Verbindung setzt.

Bruckstein hatte bereits zahlreiche Gastprofessuren in Hamburg, Philadelphia, Jerusalem, Berlin und Istanbul inne, konzentriert sich aber in den letzten Jahren auf die künstlerisch-praktische, kuratorische Tätigkeit sowie die Autorschaft anhängiger Publikationen.


Ihre jüngsten Projekte sind:

2021

Author and Editor (ctd), Wednesday Society Dossier I-IV, edited by House of Taswir in collaboration with Art Unlimited Istanbul. With authors A.S. Bruckstein Çoruh, Julia Gyemant, Özgür Öğütcen, Ceren Korulsan, Simone-Weill Denk-Kollektiv, and artists Rebecca Horn, Ali Kaaf, Rebecca Raue,Shaqayeq Ahmadian, Thomas Hirschhorn, a.o.

Audio-Performance, Audio-Performance Salon der Leerstellen. Die Gespräche Podcast Series from Meine Kleine Mnemosyne, WDR, Juni 2021.

Author and Performance, How (not) to speak shadows. For Walid Raad.Performance Lecture at Kunst-Station St. Peter, Cologne. Forthcoming in Art Unlimited Istanbul, September 2021.

Author, The Talmudic War Machine. A Shadow's Dream.” Forthcoming in Protocols no. 8, Los Angelos, June 2021.