Interkulturelles Leben in Deutschland

Interkulturelles Leben in Deutschland hat viele Facetten und Blickwinkel. Entsprechend lud das Zentrum für Interkulturelle Studien zu einem bunten Mix ein, der einen Teil dieser Vielfalt präsentierte, aber auch regional darüber hinaus ging und vor allem zum Reflektieren und Mitmachen einlud.

"Der Orient in Mainz"
Zu einem Rundgang vom Bleichenviertel bis zur Neustadt lud das ZIS in Zusammenarbeit mit "Geographie für alle" ein. Unter dem Titel "Der Orient in Mainz" wurden in der Führung nach einer Einführung in die vielfältigen orientalischen Wurzeln unserer abendländischen Zivilisation die aktuellen sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Zuwanderung aus dem Vorderen Orient während der letzten 50 Jahre am Beispiel der Neustadt aufgezeigt. Die Folgen von Gastarbeiterwanderung und Familienzusammenführung, der Zuzug von Asylbewerbern aus Nordafrika und dem Nahen Osten sowie die Hindernisse der sozialen Integration muslimischer Migranten wurden ebenso vorgestellt wie orientalische Unternehmer, Probleme der wachsenden Arbeitslosigkeit und die Rolle islamischer Institutionen. Die ca. 90minütige Führung begann am Gutenberg-Denkmal und endete in der Selimiye-Moschee am Barbarossaring (Sa/So jeweils 15.00 Uhr).

Stand des ZIS: Interviews - Beratung


Foto: Heike Spickermann 2003

Am Stand des ZIS wurde beraten und über die Arbeit des Zentrums informiert. So konnte man dort u.a. die Filmpräsentationen eines Interviews mit dem Leiter der Klezmer-Formation "BRAVE OLD WORLD" und der Interviews mit Dub-Reggae-Musikern aus Großbritannien verfolgen. Es lagen und hingen Informationen über einzelne Forschungsprojekte aus und man konnte sich auch aktiv beteiligen.
So wurden hier u.a. Fragebögen an Jugendliche verteilt, um sie nach ihrer Einschätzung der "Wirkung medialer Katastrophenberichterstattung" zu befragen. Kriege, Terroranschläge, Amokläufer und Naturkatastrophen gelangen über die Medien direkt in die Wohnzimmer und informieren, aber wecken auch Ängste oder den Eindruck einer Normalität?

Interkulturelle Wahrnehmung konkret
Die Reflexion führte weiter zu dem weiten Feld der interkulturellen Wahrnehmung. Unter dem Titel "Ander(e)s sehen und erleben. Interkulturelle Wahrnehmung konkret" konnte man an experimentellen Forschungssituationen teilnehmen, selbst in kleinen Aktivitäten das anders Wahrnehmen erfahren bzw. sich von Fachkräften beraten lassen. Das Beratungsangebot richtete sich hier insbesondere an Lehrende und Pädagogen, aber selbstverständlich auch an alle anderen Interessierten. Dieser Part leitete direkt zum Nachbarstand der Pädagogik über, der zu einem Parcour mit dem Titel "Fremd Sein ist..." einlud.

Percussion und Bewegung - afrobrasilianische Rhythmen


Foto: Heike Spickermann 2003

Für Kinder stand ein Workshop von Ana Graça und Holger Wittkowski zu brasilianischen Rhythmen auf dem Programm. Sie erfuhren etwas über die einzelnen Rhythmen, ihren geschichtlichen Hintergrund und ihr Zusammenspiel und konnten versuchen, sich aktiv in die Rhythmen hineinzufinden.
Dieser Workshop wurde anschließend auch noch für interessierte Erwachsene angeboten.

Percussion-Ensemble "Batida do Manga"
Wer den Workshop verpasst hatte bzw. die Rhythmen in professioneller Darstellung genießen wollte, hatte am Sonntag die Gelegenheit, das Percussion-Ensemble "Batida do Manga" auf der Bühne zu sehen. Eine Formation, die sich aus Universitätsangehörigen und anderen mit Brasilien Verbundenen zusammensetzt, lebt seit Jahren mit diesen Rhythmen in Deutschland. In selbst geschneiderten Kostümen spielten sie heiße Rhythmen aus Bahia. Vielleicht auch die Gelegenheit, die eigene Vorstellung, diese Rhythmen wären nur von Schwarzen und nur in Brasilien so spielbar, zu überprüfen.

Deutsch-amerikanisches Verhältnis
Prof. Hornung, Sprecher des ZIS seit dem Jahr 2000 und Institutsleiter der Amerikanistik, gab in einem Interview seine Einschätzung zum aktuellen deutsch-amerikanischen Verhältnis ab (So/ s. Bühnenprogramm).