Prof. Dr. Rosemary Arrojo

Sommersemester 2010

Prof. Dr. Rosemary Arrojo (Binghamton University, State University of New York)

Die Brasilianerin Prof. Rosemary Arrojo leistete einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Wende und dem Paradigmenwechsel in der Translationswissenschaft. Ihr Werk nährt sich von Ansätzen aus den Postcolonial Studies, der Dekonstruktion, Psychoanalyse, und den Gender Studies. Die Themen ihrer Publikationen reichen von theoretischen Fragestellungen zur Translation über Probleme der Ausbildung bis hin zu lateinamerikanischer Literatur. Der portugiesische Titel Oficina de Tradução: A Teoria na Prática (1986) hat bislang 5 Auflagen vorzuweisen. Ein paar ihrer jüngsten Beiträge befassen sich mit “Translation and Impropriety: A Reading of Claude Bleton’s Les Negres du Traducteur” (TIS – Translation and Interpreting Studies, vol. 1, number 2, Fall 2006); “Translation, Transference, and the Attraction to Otherness – Borges, Menard, Whitman” (Diacritics – A Review of Contemporary Criticism, fall-winter 2004, vol. 34, published in 2006); “Tradition and the Resistance to Translation” (Kultur, Interpretation, Translation, ed. by Heidemarie Salevsky, Peter Lang, 2006); “The Ethics of Translation in Contemporary Approaches to Translators Training” (Training for the New Millennium – Pedagogies for Translation and Interpreting, ed. by Martha Tennent, John Benjamins, 2005); “The Gendering of Translation in Fiction: Translators, Authors, and Women/Texts in Scliar and Calvino (Gender, Sex and Translation, ed. by Jose Santaemilia, St. Jerome, 2005). Eine Sammlung, die überwiegend ihre Beiträge enthält, wurde 1997 in deutscher Übersetzung herausgegeben. Dass an der Übersetzung renommierte Translationswissenschaftler wie Hans J. Vermeer und Michaela Wolf beteiligt waren, zeugt von der Bedeutung, die Arrojos Werk von Fachvertretern beigemessen wird. Bereits einige ihrer Beiträge wurden ins Deutsche, Spanische, Katalanische, Türkische und Ungarische übersetzt. Momentan bereitet sie zwei Werke über die Repräsentation von Translation in Fiktion vor, welche Stücke von Borges, Kafka, Poe, Saramago, Guimarães Rosa, Calvino, Kosztolányi und anderen enthalten wird.

Die doppelte Masterinhaberin in Kulturwissenschaft, Spanisch und Translationswissenschaft erlangte ihren Ph.D. am Humanities Center der Johns Hopkins Universität, unterrichtete von 1984 bis 2002 Translationswissenschaft an der Universidade de Campinas (Brasilien) und ist seit 2003 Komparatistik-Professorin an der Binghamton University (Staatl. Universität von New York), wo sie seit 2007 das Translation-Research-Program leitet.

Mit Rosemary Arrojo wird nun zum zweiten Mal die Gastprofessur mit einer internationalen Fachgröße der Translationswissenschaft besetzt. Betreut wird die Gastprofessur für Translationswissenschaft von der stellvertretenden ZIS-Sprecherin Jun.-Prof. Dr. Dilek Dizdar, die im vergangenen Jahr bereits Lawrence Venuti nach Germersheim und Mainz eingeladen hatte.

Während ihres Aufenthalts am FTSK Germersheim der Mainzer Universität im Mai/Juni 2010 wird sie neben ihren Vorlesungen "Translation and Gender" und "Translation and Globalization: An Introduction" das Seminar "The Ethics of Translation in Postmodernity" und zwei öffentliche Vorträge halten, von denen einer auf dem Mainzer Campus gehalten werden wird.

Vorträge

“Borges Meets Nietzsche: ‘Funes, his Memory’ and the Illusive Pursuit of Sameness”
Juni 2010

“Representations of Translation in Latin American Fiction: Rodolfo Walsh, Moacyr Scliar, and the Subverted Space of the Translator's Footnotes”
Juni 2010