Prof. Dr. M. Dores Cruz

Sommersemester 2018

Prof. Dr. M. Dores Cruz
Gastgeber: Ass.-Prof. Dr. Florian Freitag

Aufenthalt April 2018

 

Neben zahlreichen Fellowships unterrichtete Dores Cruz in der Vereinigten Staaten (Colorado, New York / State, Virginia), Afrika (Pretoria) und in Portugal (Coimbra, Viseu, Faro). Die Breite ihres Engagements spiegelt sich in unzähligen eingeworbenen Förderungen und Preisen sowie der Nachwuchsbetreuung. Sie selbst schrieb 2003 ihre Dissertation an der Binghamton University (SUNY) unter dem Titel Shaping Quotidian Worlds: Ceramic Production and Consumption in Banda, Ghana c. 1780-1994. Jüngst war Cruz 2016-2017 erstmals Fellow in Deutschland am Internationales Kolleg Morphomata, Universität zu Köln und anschließend am Sonderforschungsbereich (SFB 948) Heroes - Heroizations – Heroisms der Albert-Ludwigs-Universität-Freiburg. Ihre Forschungsinteressen fokussieren sich auf: Landscape Archaeology, Archaeology of the Contemporary past, Historical anthropology, Comparative Colonialisms and Postcoloniality, Materiality of Culture, Social Construction of Memory, Identity, Gender, Ethnoarchaeology, Ceramic Studies, Southern Africa, Mozambique, Ghana, Portugal.

Der Gastgeber arbeitet seit Jahren, insbesondere mit seinem Kollegen PD Dr. Filippo Carlà-Uhink, aber auch dem Spezialisten des Cultural Remaking Prof. Scott A. Lukas (er war zu Beginn der Forschungen 2013 ebenfalls ZIS-Gastprofessor) und weiteren Kollegen in Bonn im Bereich der Themenparkforschung zur Entwicklung derselben (www.themeparks.uni-mainz.de).
Aktuell entwickelt er ein spezielles Projekt zu Themenparks im Globalen Süden. Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Etablierung, Entwicklung und Rezeption des Mediums Themenpark in den Kulturen des Globalen Südens. Die bisherige Themenparkforschung soll so um eine globale Perspektive auf wirtschaftliche Verflechtungen, die Verbreitung von Ideen und die Funktionalisierung des Mediums in der postkolonialen Welt ergänzt werden. Während Themenparks zunächst Mitte der 1950er Jahre in Kalifornien entstanden (Disneyland, 1955) und ab den 1970er Jahren auch in anderen Teilen der industrialisierten ‚westlichen‘ Welt aufkamen (z.B. Magic Kingdom, Florida, 1971; Europa-Park, Deutschland, 1975), hat sich das Medium spätestens mit der Jahrtausendwende auch in Ländern des Globalen Südens etabliert (z.B. Terra Encantada, Brasilien, 1998; Ratanga Junction, Südafrika, 1998; Dreamworld Africana, Nigeria, 2010; IMG Worlds of Adventure, Dubai, 2016). China sowie der südostasiatische Raum, aber auch Brasilien und die arabische Halbinsel stellen mittlerweile sogar die zentralen Wachstumsmärkte der globalen Themenparkindustrie dar, sowohl in Bezug auf Investitionen als auch mit Blick auf Besucherzahlen. Mit Gastprofessorin Cruz sollen die spezifischen Themenkreise des Projekts allgemein insbesondere mit Blick auf Afrika reflektiert und die Etablierung, Entwicklung und Rezeption des Mediums Themenpark in den Kulturen des Globalen Südens erörtert werden.

 

Prof. Cruz wird zudem ein Blockseminar am Campus Germersheim im Modul Kulturwissenschaft 1 zu „Places, Monuments, Landscapes: Postcolonialism and the Politics of Space in Nation Building“ unterrichten sowie in Mainz und Germersheim drei Vorträge zum Thema des Projekts halten. Ferner wird Prof. Cruz eine Keynote zum Thema „Touristic Landscapes of Empire in Portugal dos Pequenitos (Portugal)“ beim ersten Workshop des DFG-Netzwerks „Key Concepts in Theme Park Studies“ (19.-22. April 2018, Universität Bonn) halten.