Mythische Räume

Zentrum für Interkulturelle Studien / ZIS in Kooperation mit dem Geographischen Institut und der Filmwissenschaft



Casablanca und Tanger
Transkulturelle mythische Räume in Literatur und Film

Interdisziplinäre Tagung
Organisation PD Dr. Marcus Stiglegger
Gastgeber Prof. Dr. Oksana Bulgakowa, Prof. Dr. Anton Escher

15.-16. Oktober 2015, Hörsaal des Medienhauses, Wallstr. 11

Programm

Donnerstag, 15.10.

18:00 Uhr Keynote – Prof. Dr. Ottmar Ette (Potsdam)

Tanger Transit



Freitag, 16.10.

10:00 Uhr Begrüßung durch die Gastgeberin Prof. Dr. Oksana Bulgakowa

10:15 Uhr Einführung PD Dr. Marcus Stiglegger (Berlin)

Mythische Räume im Film
Eine interdisziplinäre Untersuchung über filmwissenschaftliche und geographische Raumbegriffe mit Blick auf mythische Räume im internationalen Spielfilm

11:15 Uhr Prof. Dr. Oksana Bulgakowa (Mainz)

Mythischer Sound – Wie Marokko klingt
Analyse der musikalischen Markierungen, mit denen Casablanca und Tanger in Filmen gekennzeichnet werden


12:30 Uhr Mittagspause



14:00 Uhr Prof. Dr. Anton Escher (Mainz)

"Rick‘s Café Américain". Ein mythischer Ort zwischen Casablanca und Tanger?


15:00 Dr. Anke Steinborn (Cottbus)

Der mythische Raum als ‚Interzone‘ der transtextuellen Entblößung

Mit seinem Film Naked Lunch wagt David Cronenberg im Jahre 1991 die filmische Visualisierung des bis dahin als unverfilmbar geltenden gleichnamigen Werkes des amerikanischen Beat-Poeten William S. Burroughs. Indem Cronenberg die exzessive Romanvorlage mit dem nicht minder exzessiven Leben des Autors verbindet und zu einem ungezügelten Bilder-Rausch verdichtet, gelingt es ihm, Burroughs Poesie ästhetisch erfahrbar zu machen. Naked Lunch lebt von einem filmischen Vorstellungsraum, der weniger ‚erzählt‘ als vielmehr den Text als solchen – also Geschichten, Legenden oder auch konkrete Personen und Orte, etwa New York und Tanger, – durchdringt. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag, wie der mythische Raum in Naked Lunch als ‚Interzone‘ oder Passage einer ebenso visuellen wie sprachlichen Entblößung fungiert.

16:00 Uhr Dr. Sascha Seiler (Mainz)

Das mythische Bild Tangers in der Beat-Literatur


17:00 Dr. Roman Mauer (Mainz)

Topographische Spiegelung und intertextueller Echoraum

Tanger und Detroit in Jim Jarmuschs Only Lovers Left Alive (2013)
Popkulturelle Referenzen mythischer Städte nutzt der US-amerikanische Regisseur Jim Jarmusch als Konstruktions- und Stimmungsfeld für die Narration und Raumpoetik. Konzentrierte er sich bislang auf Metropolen der USA, wie New York, New Orleans und Memphis, so nähert er sich in den beiden jüngsten Filmen der maghrebinischen Kultur an. Der Vortrag untersucht das interkulturelle und intertextuelle Spannungsverhältnis zwischen Tanger und Detroit, das Jarmusch in dem Vampirfilm Only Lovers Left Alive (2013) aufbaut, um im Spiegel Tangers den aktuellen Zustand westlicher Kultur zu reflektieren.

18:00 Dipl.-Geogr. Elisabeth Sommerlad (Mainz)

Tangerine Dreams

Zur multiperspektivischen Konstruktion von Tanger als interkultureller (Sehnsuchts-)Raum im Film Tangerine (2008, I. von Alberti)
In einem Nachtclub in Tanger lernen sich das deutsche Musikerpärchen Pia und Tom und die junge Marokkanerin Amira kennen. Zwischen ihnen entsteht eine komplizierte Dreiecksgeschichte in der unterschiedliche Erwartungen hinsichtlich Freundschaft, Vertrauen und Liebe aufeinanderprallen. Denn während Tom und Pia in und um Tanger auf den Spuren von Brian Jones den „Roots of Rock `n Roll“ nachspüren, sehnt sich Amira nach einer besseren Zukunft in Europa. Der Vortrag legt den Fokus hierbei auf die Frage danach, wie der Film die Stadt Tanger multiperspektivisch als einen zerbrechlichen, interkulturellen (Sehnsuchts-)Raum konstruiert und dabei eventuell mit dem „mythischen Ort“ Tanger bricht.

 

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