Kulturvermittlung und kulturelle Kreativität. Die Übersetzungstätigkeit mehrsprachiger jüdischer Autoren aus der Bukowina

Die ausgewählten Autoren waren alle jüdischer Herkunft, haben über längere Zeit in der Bukowina gelebt und mussten ihre Heimat verlassen, weil sie direkt oder indirekt Opfer des Holocaust wurden. Für sie alle war Deutsch die Muttersprache bzw. eine der Muttersprachen und sie waren in der Regel mindestens drei- oder viersprachig und weiteten im Exil ihre Mehrsprachigkeit noch stärker aus. Nach dem Verlust der Heimat wurden diese Autoren im Exil nicht nur als Literaten aktiv, sondern widmeten sich der übersetzerischen Tätigkeit, wobei sie sich bewusst als Kulturvermittler verstanden.
Die Erforschung der übersetzerisch-literarischen Tätigkeit der Bukowiner Autoren versteht sich als eine Fallstudie, die die Möglichkeit bietet, die Aspekte dieser Tätigkeit nicht nur zu erforschen, sondern auch zu vergleichen. Durch die Untersuchung lassen sich - bedingt durch die Konstellation eines gemeinsamen Herkunftsorts - unterschiedliche Exilsituationen sowie Gemeinsamkeiten der Autoren zuverlässig feststellen und zugleich die individuellen Profile sehr weit differenzieren.
In sieben Arbeitsgruppen von Forschern aus den Herkunftsländern der jeweiligen Sprachgruppen sollen anhand von vorgegebenen Fragestellungen und Kriterien die Übersetzertätigkeit der jeweiligen Autoren untersucht werden und Ergebnisse in Arbeitskonferenzen gebündelt werden.

Projektlaufzeit: 2004
Forschungsfondsförderung 2004

Projektbeteilige:
Prof. Dr. Bernhard Spies (Germanistik)
Dr. Frank Hoffmann (Geschichtswissenschaft; Institut für Deutschlandforschung/ Universität Bochum)

Mitarbeiterin:
Dr. Natalia Shchyhlevska (Germanistik)

Publikation:
Shchyhlevska, Natalia (2004): Bukowiner Dichter als Übersetzer Jessenins. In: Exilforschung. Ein internationales Jahrbuch, Bd. 25/2007. S. 227-246.