Das Zentrum für Interkulturelle Studien präsentiert in Kooperation mit dem Antiquariat am Ballplatz

"Interkulturalität und Alltag" / Prof. Dr. Michael Simon, Sandra Keßler M.A., Judith Schmidt M.A, Dr. Sascha Seiler, Dr. Svenja Völkel, Dr. Wolfram Knauer
Juni 2013


(c) Andrea Noll

Fremdbegegnungen zwischen Angehörigen ganz unterschiedlicher Sprachen und Kulturen haben in den modernen Industriegesellschaften spätestens seit dem Fall des Eisernen Vorhangs und der wachsenden Globalisierung eine neue Qualität und Quantität erreicht. Unser gegenwärtiger Alltag, ob am Arbeitsplatz oder in der Freizeit, in der Schule, an der Universität, auf der Behörde oder im Krankenhaus, ist durchsetzt von Erfahrungen kultureller, sprachlicher, ethnischer oder religiöser Alterität, die von manchen als Bereicherung, von anderen aber auch als Bedrohung wahrgenommen wird oder schlicht zu zahllosen Missverständnissen führt. Eine interdisziplinäre Vorlesungsreihe an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat sich 2010 mit diesem Themenfeld genauer auseinandergesetzt. Daraus ist eine Publikation erwachsen, die kürzlich erscheinen konnte und von einigen der Mitwirkenden in anregend-unterhaltender Form vorgestellt werden soll.


"Neuseelandabend" / ZIS-Gastprofessorin Prof. Dr. Brigitte Bönisch-Brednich (Wellington/ New Zealand)
Juli 2013

Leben Maori in Aotearoa und Pakeha in Neuseeland?
Vom Alltagsleben in einem bi-kulturellen Staat.

Aotearoa (das Land der großen weißen Wolke) ist die Bezeichnung der Maori für ihr Land. Nach einer Phase der Kolonisierung ist Neuseeland heute offiziell bi-kulturell, zweisprachig und viele offizielle Punkte auf der geographischen, kulturellen, sozialen und politischen Landkarte haben entweder zwei Bezeichnungen oder sind rückbenannt dekolonisiert worden. Der Vortrag gibt einen Überblick über das Leben von Pakeha (weiße Siedler) und Maori. Der für Touristen sichtbare Alltag spielt sich zum größten Teil in Neuseeland ab, aber es gibt auch ein Leben in Aotearoa. Es gibt eine gemeinsame aber nicht gleich erinnerte Geschichte, eine simultane – aber nicht gleich gedeutete – Gegenwart und mehrere konkurrierende Vorstellungen der Zukunft.
Anhand von Bildern, Geschichten, Musik und akademischer Analyse wird ihnen ein Bild des heutigen New Zealand / Aotearoa vermittelt.

Brigitte Bönisch-Brednich ist Professorin für Kulturanthropologie an der Victoria University of Wellington in Neuseeland. Sie hat eine Reihe von Büchern und Aufsätzen über das Leben in Neuseeland geschrieben: über deutsche Neuseelandauswanderer, über die Regeln des neuseeländischen Zusammenlebens und über die Schwierigkeiten und Erfolge des bi-kulturellen Staatsmodells. Im Sommersemester 2013 ist sie als Gastprofessorin im Zentrum für Interkulturelle Studien an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.


"Hidden Tracks. Das Verborgene, Vergessene und Verschwundene in der Popmusik" / Dr. Thorsten Schüller, Dr. Sascha Seiler
Juli 2013
Das Verborgene, Vergessene und Verschwundene ist in ein im Kontext der Popmusik bislang selten untersuchtes Thema, wenngleich gerade in einer ästhetischen Spielart wie dem Pop, dessen primäre Rezeptionskanäle letztlich im Mainstream verankert sind, die Suche nach einer Art von verborgenem Wissen von zentraler Bedeutung sein sollte.
Wahrscheinlich ist ein Vergessen in der Popmusik auch darin begründet, dass das Verschwundene, Verborgene es meist nicht wert erscheint, erinnert zu werden. Doch gerade an jenem Ort, den der Kulturhistoriker Greil Marcus in Bezug auf die Historisierung der Popmusik  als „Mülleimer der Geschichte“ bezeichnet, findet sich genügend Material für eine inoffizielle Geschichtsschreibung der Popkultur; für eine Geschichte, die durch das Sichtbarmachen ihrer (vielleicht zurecht) vergessenen Randbereiche neu zusammengesetzt und erzählt werden kann. Wenn man sich in der Folge von Paul Ricoeur nicht nur die Frage stellt, was erinnert wird, sondern auch die Frage, wer erinnert oder wer Kanonisierungsprozesse bestimmt, dann könnte die Betrachtung jenes historischen „Mülleimers“ zum einen den Blick auf ideologische Steuerung des Massenkonsums schärfen, zum anderen aber auch vergessene oder verdrängte Kunstwerke aufwerten.
Die intermedial angelegte Veranstaltung führt, begleitet von zahlreichen Musikbeispielen, exemplarisch in die Thematik ein.

Antiquariat am Ballplatz
Ballplatz 5b
55116 Mainz