Murjid und Marabout in Marokko und Tunesien. Institutionalisierte interkulturelle Vermittlung in segmentär differenzierten Gesellschaften

Im 20. Jh. weiteten sich mit zunehmender Kolonialisierung endogene Vermittlungsmuster in modifizierter Form auf Kontakte mit anderen Kulturen aus. In Marokko und Tunesien transformierte und erweiterte sich die Vermittlungstradition; ehemals institutionalisierte Vermittlerfiguren praktizieren inzwischen interkulturelle Vermittlung: der einheimische "Führer" (Murjid) bringt europäische Touristen sicher durchs Land und vermittelt Wissen über "Landschaft & Folklore"; die Kultpersonen um den "Heiligen" (Marabout), die Tänzer, Musiker und Wahrsager vermitteln im 21. Jh. auch europäischen Besuchern "Heil & Segen", welche die Gäste in ihren Heimatländern nicht mehr finden.
Ziel der Studie ist die Ausarbeitung einer "Theorie der interkulturellen Vermittlung an außereuropäischen Orten an Europäer" und der Versuch, aus den beschriebenen und interpretierten Fallstudien der interkulturellen Vermittlung "Handlungsempfehlungen für die Praxis interkultureller Begegnung" abzuleiten.

Projektlaufzeit: 2003-2004

DFG-Förderung ab 2/2007 unter dem Titel: Institutionalisierte interkulturelle Vermittlung am Beispiel des Tourismus in Marokko

Projektbeteiligte:
Prof. Dr. Anton Escher (Geographie)
Prof. Dr. Rachid Jai-Mansouri (Germanistik/ Fes, Marokko) 

Publikationen:
BECKER, GERD (2010): Warum Aristoteles wissenschaftliche Filme gedreht hätte. Überlegungen zur Theoriefähigkeit des Bildes anhand der Erfahrungen mit dem Film "L'Art du Desert". Zeitschrift für Ethnologie 135, 2010, 1-22.

BECKER, GERD/ ARIANE BETHUSY-HUC (2009): L'Art du Desert (HDV 17 min.)

WEICHMANN, HELGE (2010): Die Farben der Trance (HDV 23 min.)