Prof. Dr. Hyo-Seon Lee

Sommersemester 2012


Prof. Dr. Hyo-Seon Lee (Kangnam University, Graduate School of Social Welfare,Yongin, Süd-Korea)

 

Einwerbungen im Kontext der Gastprofessur:

Gemeinsam mit Prof. Dr. Detlef Garz:

DAAD Projekt GEnKO (German and Korean Exchange Program) 2012-2014

DAAD-Mittel für eine Summer School in Korea 2013 / 2014


Professor Lee, 1959 in Inchon (Korea) geboren, begann, nach einer Tätigkeit als Abteilungsleiterin in der Planungsabteilung der Seoul Woman’s University von 1988 bis 1990, mit dem Studium der deutschen Sprache und war 1992 bis 1996 Promotionsstudentin an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg, wo im Mai 1996 ihre Promotion zum Doktor der Philosophie (magna cum laude) mit einer Arbeit über ‚Moralität bei koreanischen Jugendlichen – Eine empirische Studie in unterschiedlichen sozialen und räumlichen Umwelten Koreas’ erfolgte. In dieser Arbeit untersuchte Frau Lee zunächst, ob und inwieweit sich die Moraltheorie Lawrence Kohlbergs bei koreanischen Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren anwenden lässt. Darüber hinaus wurden die Anteile von Gerechtigkeit und Fürsorge (sensu Gilligan) in den Urteilen der Befragten ermittelt, schließlich wurde die Verteilung von Individualität und Kollektivität im Hinblick auf Unterschiede zwischen ausgewählten Dörfern und der Großstadt Seoul untersucht.

Nach regelmäßigen Lehraufträgen an drei korea­ni­schen Hoch­schulen auf dem Gebiet der Sozialen Arbeit sowie der qualitativen Methoden von 1996 bis 2001 gehört sie seit dem WS 2001 der ‚Graduate School of Social Welfare’ der Kangnam University in Yongin, Südkorea, als Professorin an.

Forschungsschwerpunkte: Frau Lee verfolgt, nachdem sie längere Zeit an einem Projekt zur Emigration deutschsprachiger Juden in den Jahren 1933 bis 1939 mitgearbeitet hat (vgl. die Liste der Veröffentlichungen), vor allem zwei Forschungsschwerpunkte:

  • Einerseits die Rekonstruktion von autobiographischen Erzählungen Behinderter unter Einbezug der vergleichsweise geringen Versorgungsleistungen des koreanischen Staates sowie Möglichkeiten der Verbesserung, andererseits die Rekonstruktion von Biographien von alten Menschen; hier mit einem Schwerpunkt, der auf die Lebensgeschichten älterer Frauen abstellt, die in ihrer Kindheit im Rahmen des patriarchalen Gefüges der koreanischen Gesellschaft fremdbestimmt wurden, sich unter i.d.R. schwierigen finanziellen Umständen für die Erziehung der Kinder und den Erhalt der Familie einsetzten und jetzt, durch das Aufkommen kapitalistischer Strukturen bei gleichzeitigem Rückgang konfuzianischer Vorstellungen zur Unterstützung der Eltern, erneut am Rande stehen und nicht an der allgemeinen Verbesserung des Lebensstandards partizipieren. Häufig werden diese Lebensgeschichten noch durch die erfolgte Trennung zwischen Süd- und Nordkorea und den damit verbundenen Prozessen des ‚Auseinanderreißens’ der Familien kompliziert. Frau Lee nennt diese Frauen die ‚verlorene Generation Koreas’. Zu dieser Thematik liegt eine Reihe von Veröffentlichungen vor.
  • Der zweite Forschungsschwerpunkt bezieht sich auf die koreanischen Emigrantinnen (Krankenschwestern) und Emigranten (Bergarbeiter), die in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach Deutschland kamen und in Deutschland eine Arbeit aufnahmen. Mit Hilfe biographischer Interviews soll diese Personengruppe, die z.T. in Deutschland verblieben ist, und die zum Teil wieder (entweder direkt nach Ablauf des Vertrags oder später, nämlich nach der Verrentung) nach Korea zurückgekehrt ist, befragt werden. Auf diesem Gebiet der Migrationsforschung liegen kaum Untersuchungen vor. In diesem Themenspektrum führte Prof. Lee bereits seit 2008 ein gemeinsames Forschungsprojekt mit Prof. Garz (JGU) zu den „Akkulturationserfahrungen der Kinder von 'Korean migrant workers' in Deutschland und 'foreign migrant workers' in Korea - Eine qualitative Untersuchung“ durch, das vom ZIS und dem DAAD gestützt wurde.

Vorhaben:

Forschungsprojekt: In diesem letztgenannten Forschungszusammenhang wird Frau Lee während ihres Aufenthalts an dem Projekt „‚Aus der Fremde‘ – Das Leben koreanischer Krankenschwestern und Bergmänner in der Bundesrepublik Deutschland – von der Einreise bis heute“  mitarbeiten.


Vortrag 

“What is a Stranger? A Qualitative Study on the Biographical Development of Migrant Workers in Korea”
Juli 2012

 

Gastgeber / Einladender: Dr. Boris Zizek

Publikationen